IMMER IST JETZT



Ich bin freie Autorin und Werbetexterin, Drehbuchschreiberin, Chronistin und Astrologin. Schaue Menschen und Unternehmen, Produkten und Zeitläufen gern auf den Grund, um die Einzigartigkeit zu erkennen und zu benennen.





Werke

Romane, Sachbücher,
Chroniken, Biografien, Kartendecks
Konzept

Den Kern der Dinge erfassen und seine
Einzigartigkeit auf allen Ebenen gestalten.
Worte

Webseiten, Broschüren, Flyer,
Drehbücher, Reden, Social Media

Eva-Christiane Wetterer
Im Spiegelkabinett der Bilderwelt erzählen die Siege, die Niederlagen, die Hierarchien und der Kampf um das goldene Vlies wahre Geschichten. Die der Marken ebenso wie die der Macher. Marken sind materialisierte Emotion.

Welcher Archetyp ist gefragt? Auf welchen Typus ist der Kunde kapriziert und welchen visiert die Agentur an? Wie werden Prozesse legitimiert, die über das Sprachvermögen hinausgehen? Die vielgepriesene Intuition, die wie eine Diva das Geschehen regiert - 90% aller Entscheidungen fallen via Emotion - kennt die ganze Geschichte. Allerdings: wie man sie zum Sprechen bringt, ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Ich habe es geöffnet.


Wer braucht schon Deo im ewigen Eis
Der Vorfall
Ich möchte kein Buchstabe in Zeiten des Vorfalls sein, aber vor allem möchte ich nicht die Person sein, um die es hier geht. Wie flieht man dem, was man ist? Venus und Sedna konnten nicht fliehen und ich konnte es auch nicht und während ich mich mit Göttinnen in diesen Satz stelle, rückt der Vorfall beruhigend in die Nähe von Gemälden, von Märchen, von etwas, das man anschaut oder liest, aber niemals erlebt.

Es gibt Erfahrungsberichte darüber, dass eine Fliege, eine simple Stubenfliege, der beste Freund des Menschen werden kann, wenn dieser Mensch nur lange genug von Einsamkeit und Einöde umgeben ist. Nehmen wir einmal an ich bin dieser Mensch und ich liebe eine Fliege. Und diese Fliege liebt mich. Wir sind einander alles, weil wir sonst nichts haben. Ich freue mich, wenn die Fliege ansummt, ich fühle mich wahrgenommen in meiner Einsamkeit. Die Fliege lässt sich auf mir nieder und fühlt sich wohl. Was ist die Fliege für mich und was bin ich für sie? Die Fliege kommt und fliegt, wenn sie Hunger auf Dreck hat. Ich warte auf ihr Kommen, weil sie das einzige Lebewesen ist, das mich berührt. Wenn sie anfliegt, fühle ich mich wahrgenommen und irgendwann ist die Fliege meine Herzensfliege.

Alles, was man einundzwanzig Mal auf die gleiche Art und Weise tut, ist ritualisiert. Wenn man mich in dieser einbetonierten Stille, in der ich gelandet bin, einundzwanzig Mal ignoriert, löse ich mich langsam geistig und seelisch in Luft auf. Würde mich die Fliege gleichzeitig einundzwanzig Mal besuchen, wäre es nicht ganz so dramatisch, weil dann das Gefühl der Verlassenheit nicht ins Uferlose wachsen kann.
Fliegen essen Dreck. Das tun Menschen angeblich nicht, zumindest versuchen sie es zu vermeiden. Repräsentieren die Fliegen das menschliche Nein zum Dreck? Andererseits kursierte jahrelang der Satz: „Millionen Fliegen können nicht irren. Scheiße schmeckt." Als Mensch, der eine Fliege liebt, kann ich darüber nicht lachen. Meine Fliege frisst auch Dreck, doch meine Liebe schönt diesen Dreck in fliegengeeignete Nahrung. Darüber hinaus bin ich der Träger dieses Fliegenfutters und möchte mich nicht gern als Dreckproduzent sehen. Noch liebe ich keine Fliege, aber für unmöglich halte ich es nicht. Ich würde sie „Venus" nennen. Nur um Botticelli und Konsorten zu beweisen, dass die Dinge nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch, was ich für die Fliege bin, sonst könnte man mir Einseitigkeit unterstellen. Für die Fliege bin ich ein warmes Etwas, das auf die immer gleiche Art und Weise zur Verfügung steht. Sie schätzt mich als große Speisekammer. Fliegen riechen den Dreck, das ist das gute alte parasitäre System. Ich habe Begegnung, Venus, die Fliege, hat Nahrung. Wenn ich den Biounterricht richtig in Erinnerung habe, ist die zellulare Struktur des Menschen und der Fliege verblüffend ähnlich, die der Hefe übrigens auch.

Mein erster Impuls war, heute schnell und unverblümt zu schreiben, wie es mit Koch und mit mir weiterging. Aber dann habe ich es mir anderes überlegt. Die letzte Bastion meiner Freiheit ist die Entscheidung, was ich denke und was ich schreibe. Wenn geschrieben steht, was mit Koch geschah, heißt das noch lange nicht, dass verständlich wird, was geschehen ist. Wissen ist nichts als eine Ansammlung von Gedanken, es unterliegt einem Zufallsgenerator, welche Wissensfragmente den Weg zu uns finden und mit dieser winzig kleinen Auswahl aus der Unendlichkeit der Informationen bauen wir unser Weltbild und leben danach. Oder sterben danach.

Koch ist tot. Ich lebe. Die Ja Nein Regel, die auch Venus und Sedna und Minerva in sich trugen, fordert immer wieder ihren Tribut. Leben ist Kampf. Vielleicht liebe ich deswegen den Seneca Satz so. Er impliziert Handlungsfreiheit.


Wenn too perfect, lieber Gott böse.

Nam June Paik


Veröffentlichungen (Auszug)
Helden, Wohin geht die Liebe, wenn sie geht, Heyne, 2002
Die Kunst der richtigen Entscheidung, Murmann-Verlag 2005
Der heiße Draht zur Zukunft, Heyne 2006
Hummel Buch, Hamburg Brevier, Murmann Verlag 2007
Sentenzia Kartendeck mit Anja Schacht, Königsfurt Urania 2010
Hummel Buch, Hamburg Brevier, Neu,Wachholtz Verlag 2012
Hamburg Kalender, Wachholtz Verlag 2013
Zahlreiche astrologische Artikel für Loop
Hamburger Leuchten, Wachholtz Verlag 2014
36 Paleo - Rezepte für Einsteiger, Königsfurt Urania 2015
36 x Detox - leicht & köstlich, Königsfurt Urania 2015

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